jo eh
Donnerstag, 18. Juni 2026

Wird antville heute 25?

Der 20er ist schon wieder fünf Jahre her. Time flies. Zumindest hat der Kutter-Account auf Bluesky das behauptet, der über bridgy nach Masto kopiert wird. Wie einfach und direkt. Früher war doch alles besser, zumindest im Internet.

Donnerstag, 11. Juni 2026

Kater Nukesch

Bestimmt hat das schon ein intelligenterer und besser informierter Mensch mir überlegen formuliert, aber als ich im Atombombenmuseum von Hiroshima die Artefakte bestaunte und die dort ausgestellten Bilder der zahlreichen Amateurfotografen sah, zerstrahlt, zertreten, grob und verwackelt, konnte ich nicht anders, als darin den Ausgangspunkt der Provoke-Fotografie zu erkennen. Da wurde ein visueller Code etabliert, den jeder dort kannte, in den Knochen stecken hatte und der als Chiffre für maximale Erschütterung abgerufen werden konnte, aber eben nicht mehr auf Ebene des Kollektivs, sondern auf jener des Individuums. Ich meine damit nicht die explizite Hiroshima-Erinnerungsfotografie (zB "Chizu"), sondern eine Transposition in eine visuelle Sprache, a language to come.

Freitag, 2. Januar 2026

Digitale Souveränität und Wettbewerb

Europäischen Politikern dämmert es allmählich, dass die EU eine Digitalkolonie der USA ist. Angesichts der Tatsache, dass Trump uns jederzeit ziemlich viele digitale Produktionsmittel abschalten bzw. ihm unbequeme Individuen per Knopfdruck böse sanktionieren kann, setzen einige auf "digitale Souveränität". Ich frage mich eher, wie digitale Dienste und Produktionsmittel überhaupt in einem demokratischen Kontext eingesetzt werden können. Wenn ich die Amazon-Cloud gegen eine Cloud von Schwarz/Lidl tausche, dann habe ich einen Oligarchen durch einen anderen ersetzt. Die Logik scheint unerbittlich: The winner takes it all. Und wer das ganze Geld und die ganze Macht hat, bestimmt die Politik. Vor 25 Jahren hat ein Kollege von mir an der HSG eine VWL-Dissertation geschrieben, in der temporäre Monopole im Internet eine wichtige Rolle spielen. Der Gedanke dabei lief so, dass die kumulierten Eigenschaften des Netzes immer einen Monopolisten generieren, der dann aber im Lauf der Zeit Fehler machen und durch einen anderen ersetzt werden wird. Der kapitalistische Wettbewerb hätte sich also vom Raum auf die Zeit verlagert. Oft denke ich, dass die aktuelle Politik des Peter Thiel genau darauf abzielt, diese zeitlich bedingte Konkurrenz auszuschalten, indem er die Zeit einfriert oder sogar zurückdrehen lässt, was natürlich sehr gut in die Agenda anderer rechtsextremer Akteure und fossiler Industrien passt. Es ist davon auszugehen, dass auch digital souveräne nationale Monopolisten auf diese Idee kommen werden. Auf Kartellbehörden braucht man anscheinend nicht mehr zu hoffen (Warum finanzieren wir die überhaupt noch?).

Eine Möglichkeit bestünde vielleicht darin, digitale Produkte nicht mehr als virtuelle Gegenstände, sondern als Teil der Infrastruktur zu betrachten. Software will kein Ding mehr sein, sondern ein Dienst. Photoshop in der Cloud ist etwas fundamental Anderes als Photoshop auf der lokalen Maschine, auch wenn es denselben Zweck erfüllt. Lösung fällt mir natürlich auch keine ein, bin nur Beobachter, leider ein teilnehmender.

Ein Kommunist würde natürlich sagen, dass man den Shit dann einfach verstaatlichen sollte. Für die Individuen würde sich damit nichts ändern, die Abhängigkeiten bestünden weiterhin und auch die Anreize, etwas besseres zu entwickeln, wären gleich null, denn der kollektivistische Staat würde seine Machtbasis ebenso vehement zu schützen wissen wie ein Peter Thiel.

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Blech

Finger auf der Skip-Forward-Taste.

Mittwoch, 17. Dezember 2025

LSI 5: Klimapragmatismus, Verbrenner-Aus

Der Kommentator der Parteizeitung begrüßt heute, dass die EU-Kommission auf Zuruf von Partei und Autoindustrie das sogenannte "Verbrenner-Aus" (Verbot der Produktion neuer Verbrennerfahrzeuge) aufgeweicht hat und bezeichnet dieses Vorgehen als "Klimapragmatismus". "Verbrenner-Aus" ist LSI, weil der Kampfbegriff dem Laien suggeriert, er dürfe seinen Verbrenner nach einem bestimmten Stichtag nicht mehr verwenden. Ob das stimmt oder nicht: Egal. Aus ist Aus ist Aus. Für wen dieses Vorgehen als "pragmatisch" gelten soll, bleibt offen. Nachdem es weder für die Autoindustrie gut ist, die ihren alten Stiefel weiter auslatschen kann, anstatt sich der Konkurrenz aus China zu stellen, indem sie bessere und bezahlbare Elektroautos entwickelt, noch für Planet und Umwelt (wir reißen die 1,5°C-Erwärmungsschwelle sicher und nehmen damit irreparable Schäden am Lebensraum unserer Kinder in Kauf), kann damit als einzig wirklich wesentlicher pragmatischer Akteur nur die Partei gemeint sein. Es ist sicher pragmatisch, vor Hass und Blödsinnspropaganda der fossilen Akteure klein beizugeben und damit die Angriffsfläche zu reduzieren, wenigstens einen kurzen Moment lang, bevor es an andere Grundlagen gesunden Lebens und der Demokratie geht. Es mag auch pragmatisch für die Manager der Autoindustrie sein, die dann weniger hart an den lange hinausgeschobenen Transformationsprozessen arbeiten müssen. Echter Klimapragmatismus, also ein pragmatisches Vorgehen in Bezug auf das Klima bestünde aber darin, angesichts der unmittelbaren Bedrohung unserer elementaren Lebensgrundlagen alles dafür zu tun, dass wir die 1,5°C-Grenze nicht überschreiten. Nicht aber in der LSI.

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